Klimawandel

Die Globale Erwärmung - Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte

Teil 3: Wie halten wir die globale Erwärmung auf?

 

20.07.2021, NABU Kreisverband Ludwigsburg

 

Die Klimakrise ist weltweit immer mehr spürbar. Sie beeinträchtigt die Lebensgrundlagen von Milliarden von Menschen und bedroht 20 bis 30 Prozent der auf der Erde vorkommenden Arten. Einerseits sind zwingend Maßnahmen zur Anpassung an den unvermeidlichen Klimawandel notwendig, andererseits müssen noch schlimmere Auswirkungen der Klimakrise vermieden werden.

 

Deshalb muss der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf maximal 1,5 Grad bzw. weit unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden. Deutschland steht auf Platz 6 der weltweit größten CO2-Emittenten, daher kommt uns eine besondere Verantwortung zu, einen entsprechenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – national wie international.

 

Der NABU setzt sich für einen wirksamen Klimaschutz auf allen Ebenen ein und erarbeitet Vorschläge um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Was müssen wir jetzt tun?

Klimaschutz

In erster Linie sind dies die drei großen „E“ – Einsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien – diese stehen für die wichtigsten Strategien, um die Reduzierung unseres Ausstoßes an klimaschädlichen Treibhausgasen zu erreichen.

 

Wir sind an mehr Themen dran, gleich gehts weiter ....

 

Stand 03.08.2021

Was müssen wir jetzt tun?

Klimaanpassung

Ein Klima wie in Südeuropa, Temperaturen von 40 Grad und mehr direkt über dem Boden und viel zu wenig Schatten - das sind die Aussichten für Ludwigsburg“ für das Jahr 2035 (LKZ vom 06.07.2021 Seite 5 „In Ludwigsburg wird es immer heißer“). Das sagt eine Studie über die Wärmebelastung voraus.

 

Es ist nur eine Frage der Zeit, dann trifft es Ludwigsburg mit unerträglichen Hitzewellen oder Starkregenereignissen. Wir müssen uns vorbereiten.

Flüssen mehr Raum geben

 

Malerisch windet sich ein Fluss durch üppige Auen und entlang Kiesinseln. Nicht nur der Neckar braucht mehr Platz, auch kleine Flüsse benötigen Raum um bei Starkregen viel Wasser aufzunehmen und bei Trockenheit zu speichern.

Neuen Flusslandschaften dienen der Erholung und sind ein neuer Lebensraum für viele seltene gewässerliebende Tiere und Pflanzen.

Wasserpuffer in der Stadt

Flächen, die Wasser in der Stadt speichern können sind bei Neuanlagen zwingend nötig. Dachbegrünungen bei Gebäuden bremsen und puffern das Regenwasser. Mulden und Senken im Baugebiet speichern das Wasser und geben dies sukzessive in den Boden ab. Fehlt der Platz im Bestand sind Rückhalteanlagen im öffentlichen Raum einzuplanen. Das Straßenbegleitgrün hat hohes Potential Wasser zu speichern. Die Beete sind ohne Randstein auszubilden, so dass das Wasser aufgenommen werden kann.

 

 

Mehr Bäume im Landkreis Ludwigsburg

Bäume kühlen nicht nur die Umgebungstemperatur um ca. 8 Grad, sie bremsen Starkregen und verzögern das Abfließen und sind zudem Lebensraum vieler Tier- und Insektenarten. Als Trittsteinbiotop vernetzen kleine Baumgruppen verschiedene größere Lebensräume. Der Biotopverbund wird gestärkt.

 

Mehr Bäume in den Städten

Für das Mikroklima sind Grünzonen und Einzelbeete mit Bäumen unerlässlich. Asphalt und Gebäude heizen sich stark auf und halten auch über Nacht die Temperaturen auf einem hohen Niveau. Sogenannte tropische Nächte, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fallen nehmen zu. Kaltluft entsteht in den Grünbereichen und senkt die Temperatur in der Stadt. Frischluftschneisen sorgen für den Luftaustausch.

 

Fassadenbegrünung

Fehlt der Platz für eine Begrünung am Boden kann die Vertikale begrünt werden. Eine bodengebundene Fassadenbegrünung ist ohne viel Aufwand herzustellen. Wandgebundene Systeme sind aufwendiger funktionieren jedoch sehr gut.

 

Begrünte Innenhöfe

Was bei Neubauprojekten gleich geplant wird- Quartiersplätze mit Begrünung und hoher Aufenthaltsqualität, fehlt im Bestand oftmals. Hier müssen sich die Eigentümer zusammentun und den Entschluss fassen ihren Innenhof aufzuwerten.

 

Entsiegelung von Gehwegen und Parkplätzen

Bei Gehwegen kann Sickerpflaster zum Einsatz kommen, bei Parkplätzen Rasenpflaster. Dies senkt die thermische Belastung und den Regenabfluss.

 

Verschattung von öffentlichen Plätzen

Innerstädtische Plätze sind oftmals baumfrei, denn diese dienen als Veranstaltungsraum. Temporäre bewegliche Begrünungen helfen in den heißen Monaten die Temperatur auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

 

Wasser im öffentlichen Raum

Das Element Wasser fehlt in den Städten oftmals. Der klassische Brunnen wird abgelöst von großflächigen Anlagen, die bespielt und begangen werden können.

 

Trinkwasserbrunnen für heiße Tage

Diese können an hoch frequentierten Orten in öffentlichen Gebäuden oder auf Plätzen installiert werden. Für den gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung ist dies von hoher Bedeutung.

 

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Stand 09.08.2021